Rethinking Law
Stand: Mai 2019

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REL vom 13.05.2019, Heft 03, Seite 51 - 57, REL1304547
Rethinking Law > Digital Economy & Recht > Aufsatz

Legal By Design: Motion Protocol revolutioniert Filmbranche

Florian Glatz

Florian Glatz

Rechtsanwalt, Software Entwickler und Unternehmer/Mitgründer des Legal Tech Centers und Präsident des Blockchain Bundesverbands

Florian Glatz ist als Rechtsanwalt, Software Entwickler und Unternehmer im Bereich Blockchain tätig. Er ist Mitgründer des Legal Tech Centers und Präsident des Blockchain Bundesverbands. Als Anwalt berät er Blockchain-Start-ups rund um das Thema Initial Coin Offering. Als Entwickler fokussiert er sich auf innovative Anwendungen der Blockchain im Bereich Law und Finance. Er ist Mitgründer von Motion Protocol.

Zugang zum Recht kann grundsätzlich auf zwei Weisen vereinfacht werden: durch industrialisierte Mahn- und Klageverfahren, wie in den Beiträgen von Tilo Wend, Jan Lampe und Timo Gansel in dieser Ausgabe von REthinking: Law beispielhaft dargestellt; oder durch eine Technik, die man „Legal by Design“ nennen kann. Jener Ansatz zielt darauf ab, die Entstehung von Rechtsunsicher- heit und Konflikten schon ex-ante auszuschließen. Wie dies gelingen kann, demonstriert Motion Protocol beispielhaft in der Filmindustrie.

Heute weiß niemand mit einem ausreichenden Maß an Sicherheit, wem welche Rechte an einem Film gehören. Dies liegt mitunter an der dezentralen Natur des Rechtehandels: Lizenzverträge werden „peer-to-peer“ geschlossen, ohne Rückgriff auf ein zentrales Register, in dem über IP-Transaktionen global Buch geführt wird. Infolgedessen ist der Markt im Bereich des Rechtehandels hoch intransparent. Die daraus entstandende Informationsasymmetrie geht häufig zu Lasten der Filmschaffenden, welche nach einem Buy-Out an einen Verwerter keine Einblicke in nachfolgende Transaktionen entlang der Verwertungskette erhalten, obwohl häufig auch Umsatzbeteiligungen vereinbart werden. Die Ineffizienzen im Bereich des Clearings von Rechten sind ebenfalls ein Auswuchs dieses Umstands. Mit der Einführung des umstrittenen Artikels 13 in der europäischen Urheberrechtsnovelle wird dieses Problem noch einmal verschärft. Von einer direkten Bezahlung der Rechteinhaber durch Werknutzer können diese – trotz vorhandener digitaler

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