Rethinking Law
Stand: Mai 2019

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REL vom 13.05.2019, Heft 03, Seite 1, REL1304513
Rethinking Law > Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Prof. Stephan Breidenbach / Florian Glatz

Prof. Stephan Breidenbach

Hochschullehrer, Mediator und Unternehmer/Mitgründer des Legal Tech Centers an der Europa-Universität Viadrina

Seit 15 Jahren arbeitet er mit seinen Gesellschaften knowledgeTools International und betterlaw an der nächsten Generation digitaler Rechtsdienstleistungen und entwickelt Technologien zur Unterstützung der inhaltlichen Arbeit von Juristen, insbesondere Vertrags- und Textgeneratoren und Wissensmanagementsysteme für Großverfahren (u. a. Toll Collect) und Gesetzgebung (u. a. BMJV).

Florian Glatz

Rechtsanwalt, Software Entwickler und Unternehmer/Mitgründer des Legal Tech Centers und Präsident des Blockchain Bundesverbands

Florian Glatz ist als Rechtsanwalt, Software Entwickler und Unternehmer im Bereich Blockchain tätig. Er ist Mitgründer des Legal Tech Centers und Präsident des Blockchain Bundesverbands. Als Anwalt berät er Blockchain-Start-ups rund um das Thema Initial Coin Offering. Als Entwickler fokussiert er sich auf innovative Anwendungen der Blockchain im Bereich Law und Finance.

Prof. Stephan Breidenbach

Der Zugang zum Recht kommt in Bewegung und wird beschleunigt durch digitale Tools. Legal Tech unterstützt Verbraucher dabei, ihre Rechte durchzusetzen. Kraft ist gleich Masse mal Beschleunigung.

Florian Glatz

Während in der Vergangenheit die Anbieterseite ihre Marktmacht auch im Prozess behaupten konnte, rüsten spezialisierte Anwälte mit Legal Tech-Anwendungen die Verbraucherseite auf. In ihrem Beitrag „Wir setzen das um, wovon andere noch träumen“ zeigt Jolanda Rose aus dem Legal Tech-Team der Humboldt Consumer Law Klinik, dass selbst Studierende bereits Plattformen bauen, um Verbraucherrechte zu wahren.

Wie ein solches System für Massenklagen auf einer digitalen Fertigungsstraße arbeitet, das zeigt der Beitrag von Tilo Wend. Und unser Titelbeitrag von Jan Lampe verdeutlicht, dass sich hier „eine historische Chance für Verbraucher“ eröffnet. Datengenerierende Legal Tech-Anwendungen ermöglichen gleichzeitig empirische Forschung. Sie helfen der Rechtstatsachenforschung Erkenntnisse zu gewinnen, unter anderem über das Verhalten von Rechtsschutzversicherungen - so der Beitrag von Tim Horacek. Die Vorteile für das Gemeinwohl, sollten juristische Datensätze wie Gerichtsentscheidungen systematisch zur freien Verwendung veröffentlicht werden, verdeutlichen der Beitrag von Saskia und Malte Ostendorff sowie das Interview mit dem Team von VIZ.LAW, den Gewinnern der Berlin Legal Tech 2019.

Dass die Furcht vor amerikanischen Verhältnissen unbegründet ist, betont der Beitrag von Timo Gansel. Und Kim Kardel beschreibt, wie auch Prozessfinanzierer mittlerweile Plattformen entwickeln, auf denen jedermann zur Prozessfinanzierung beitragen kann. Weitere Beispiele für die Beschleunigung der Masse: der Beitrag von Stephan Breidenbach und Alexander Steinbrecher, die auf die Standardisierung und Datafizierung von künftigen Vertragssystemen hinweisen. Und Florian Glatz stellt mit Motion Protocol eine Blockchain-Anwendung vor, die den Handel mit Filmrechten massentauglich revolutioniert.

Die Masse muss sich in der Qualität beweisen. Es bleibt spannend.

Stephan Breidenbach und Florian Glatz

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